Fernseher Stromverbrauch: Was kostet ein Smart TV im Jahr?

Ein Fernseher läuft in vielen Haushalten mehrere Stunden am Tag. Da lohnt sich ein Blick auf den Stromverbrauch. Die gute Nachricht vorweg: Moderne Smart TVs sind deutlich sparsamer als ihre Vorgänger aus der Röhren- und Plasmazeit. Wie viel ein Gerät wirklich braucht, hängt aber stark von Größe, Technik und Bildeinstellung ab.
So viel Strom braucht ein Fernseher
Die folgenden Werte sind grobe Richtwerte für den Betrieb mit normalem Bild. Im HDR-Betrieb steigt der Verbrauch oft deutlich, weil der Fernseher dann viel heller leuchtet.
| Größe | Typischer Verbrauch im Betrieb | Kosten pro Jahr* |
|---|---|---|
| 32 Zoll | 25 bis 40 Watt | 13 bis 20 € |
| 43 Zoll | 40 bis 70 Watt | 20 bis 36 € |
| 55 Zoll | 70 bis 120 Watt | 36 bis 61 € |
| 65 Zoll | 90 bis 160 Watt | 46 bis 82 € |
| 75 Zoll und mehr | 130 bis 250 Watt | 66 bis 128 € |
* Beispielrechnung mit 4 Stunden pro Tag und 35 Cent pro Kilowattstunde. Richtwerte für den SDR-Betrieb, einzelne Modelle liegen darüber oder darunter.
Das Energielabel verständlich erklärt
Seit 2021 gilt für Fernseher in der EU ein neues Energielabel mit den Klassen A bis G. Die Skala ist bewusst streng angelegt, damit es Raum für künftige Verbesserungen gibt. Deshalb landen selbst sparsame Fernseher heute meist in den Klassen E bis G. Lass dich davon nicht abschrecken.
Spannender als die Klasse sind die beiden Verbrauchswerte auf dem Label. Der erste Wert gilt für normales Bild (SDR), der zweite für HDR. Beide stehen in Kilowattstunden pro 1.000 Betriebsstunden. Ein Fernseher mit 80 Kilowattstunden pro 1.000 Stunden braucht im Schnitt also 80 Watt. Damit kannst du Geräte direkt miteinander vergleichen. Über einen QR-Code auf dem Label gelangst du zur europäischen Produktdatenbank EPREL mit weiteren Angaben.
Beispielrechnung: Was kostet mein Fernseher?
Die Rechnung ist einfach. Nimm die Leistung in Watt, multipliziere sie mit den Betriebsstunden pro Jahr und mit dem Strompreis. Ein 55-Zoll-Fernseher mit 90 Watt, der täglich vier Stunden läuft, kommt auf 1.460 Stunden im Jahr. Das sind 131 Kilowattstunden. Bei 35 Cent pro Kilowattstunde kostet der Fernseher damit rund 46 Euro im Jahr. Schaust du viel in HDR, kann es deutlich mehr werden.
Wer es genau wissen möchte, steckt ein Strommessgerät zwischen Steckdose und Fernseher. So siehst du, was dein Gerät in deinem Bildmodus tatsächlich braucht.
Strommessgeräte bei Amazon ansehen (Affiliate-Link)OLED oder LCD: Wer ist sparsamer?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Ein OLED braucht wenig Strom, wenn das Bild dunkel ist, denn schwarze Pixel sind einfach aus. Bei sehr hellen Bildern mit viel Weiß, etwa bei Sport auf Schnee oder hellen Menüs, steigt der Verbrauch dagegen stark an. Ein LCD-Fernseher verbraucht vor allem für die Hintergrundbeleuchtung Strom. Mini-LED-Modelle mit Local Dimming sparen in dunklen Szenen, weil sie Zonen herunterregeln. Im Alltag liegen beide Techniken bei gleicher Größe oft nah beieinander.
Standby: kaum noch ein Thema
Früher waren Fernseher im Standby echte Stromfresser. Heute schreibt die EU strenge Grenzwerte vor, im normalen Standby liegen moderne Geräte meist unter einem halben Watt. Mehr verbrauchen Funktionen wie ein Schnellstart, eine Sprachaktivierung per Mikrofon oder das Aufwecken über das Netzwerk. Wer sie nicht nutzt, schaltet sie ab. Eine abschaltbare Steckdosenleiste bringt nur dann etwas, wenn auch Soundbar, Receiver und Konsole daran hängen.
Zehn Tipps zum Stromsparen
- Den Umgebungslichtsensor aktivieren. Der Fernseher passt die Helligkeit dann an den Raum an.
- Den Bildmodus Lebhaft oder Dynamisch meiden. Er ist sehr hell und verbraucht am meisten.
- Die Helligkeit der Hintergrundbeleuchtung an den Raum anpassen, abends reicht oft deutlich weniger.
- Den Schnellstart abschalten, wenn dir ein paar Sekunden Wartezeit nichts ausmachen.
- Den Bildschirm ausschalten, wenn nur Musik oder Radio läuft. Viele Fernseher bieten dafür eine eigene Funktion.
- Eine Ausschalt-Automatik nutzen, falls der Fernseher nebenbei läuft und niemand zuschaut.
- Bei Konsolen den Ruhemodus mit Internetverbindung nur nutzen, wenn du ihn wirklich brauchst.
- Bei der Größe ehrlich rechnen: Jeder Zoll mehr kostet auch beim Verbrauch.
- Auf dem Energielabel die SDR- und HDR-Werte vergleichen, nicht nur die Klasse.
- Alte Zweitgeräte ersetzen. Ein zehn Jahre alter Fernseher braucht oft deutlich mehr als ein neuer.
Fazit
Ein moderner Smart TV kostet im Jahr meist zwischen 20 und 80 Euro Strom, je nach Größe und Nutzung. Den größten Einfluss hast du selbst: mit der Wahl des Bildmodus und der Helligkeit. Wer sparen will, ohne auf ein gutes Bild zu verzichten, nutzt den Filmmodus mit Lichtsensor. Wie du das Bild darüber hinaus optimal einstellst, erklärt der Ratgeber Fernseher richtig einstellen.
Häufige Fragen
Wie viel Strom verbraucht ein 55-Zoll-Fernseher?
Im normalen Betrieb meist 70 bis 120 Watt. Bei vier Stunden am Tag sind das etwa 100 bis 175 Kilowattstunden im Jahr. Im HDR-Betrieb kann der Verbrauch höher liegen.
Verbraucht ein OLED mehr Strom als ein LED-Fernseher?
Bei dunklen Bildern verbraucht ein OLED weniger, bei sehr hellen Bildern mehr. Im Durchschnitt liegen beide Techniken bei gleicher Größe oft ähnlich.
Lohnt es sich, den Fernseher ganz vom Strom zu trennen?
Beim Fernseher allein kaum, der Standby liegt meist unter einem halben Watt. Allerdings führen manche OLEDs im Standby Pflegeläufe durch. Trenne einen OLED deshalb nicht direkt nach dem Ausschalten vom Strom.
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