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Fernseher richtig einstellen: Bildmodus, Filmmaker Mode und Bewegungsglättung

Grafik zum Thema: Fernseher richtig einstellen: Bildmodus, Filmmaker Mode und Bewegungsglättung

Aktualisiert am , Lesezeit etwa 4 Minuten

Ein neuer Fernseher ist ab Werk selten optimal eingestellt. Viele Geräte starten in einem Modus, der im hell erleuchteten Elektromarkt auffallen soll: knallige Farben, übertriebene Schärfe, sehr kühles Weiß. Im Wohnzimmer wirkt das schnell unnatürlich und anstrengend. Mit den folgenden Einstellungen holst du in zehn Minuten ein deutlich besseres Bild aus deinem Smart TV.

Schritt für Schritt zum besseren Bild

  1. Den richtigen Bildmodus wählenWechsle vom Modus Standard oder Lebhaft in den Modus Film, Kino oder Filmmaker Mode. Diese Modi orientieren sich an den Normen, nach denen Filme und Serien produziert werden.
  2. Helligkeit an den Raum anpassenStelle die Hintergrundbeleuchtung oder OLED-Helligkeit so ein, dass das Bild angenehm hell, aber nicht blendend wirkt. Tagsüber darf es heller sein als abends.
  3. Bewegungsglättung prüfenSchalte die Zwischenbildberechnung für Filme aus oder auf eine niedrige Stufe. Für Sport kann eine mittlere Stufe sinnvoll sein.
  4. Schärfe und Rauschfilter reduzierenSetze die Schärfe auf null oder einen niedrigen Wert und schalte Rauschfilter bei guten Quellen ab.
  5. Einstellungen für alle Eingänge übernehmenViele Fernseher speichern die Einstellungen pro Eingang und pro Inhalt. Übertrage sie auf alle Quellen oder richte sie für HDMI-Geräte separat ein.

Welcher Bildmodus ist der beste?

Für Filme und Serien ist der Filmmaker Mode meist die beste Wahl. Er wurde von der UHD Alliance gemeinsam mit Filmschaffenden entwickelt und schaltet alle Bildverbesserer ab, die das Werk verfälschen. Farben, Bewegungen und Bildformat werden so dargestellt, wie es der Regisseur vorgesehen hat. Viele Hersteller bieten ihn an, bei anderen heißt der vergleichbare Modus Kino, Film, Experte oder Kalibriert.

Wirkt das Bild anfangs zu warm oder zu dunkel, liegt das an der Gewöhnung. Ab Werk sind viele Fernseher deutlich bläulicher eingestellt als die Norm. Gib dem Filmmodus ein paar Tage, danach wirkt der Standard-Modus meist künstlich. Im sehr hellen Raum kannst du die Helligkeit im Filmmodus erhöhen, ohne den Modus zu wechseln.

Bewegungsglättung und Soap-Opera-Effekt

Kinofilme werden mit 24 Bildern pro Sekunde gedreht. Fernseher können zwischen diese Bilder künstliche Zwischenbilder rechnen. Dadurch wirken Bewegungen sehr flüssig, Filme sehen dann aber aus wie eine billig produzierte Seifenoper. Dieser Soap-Opera-Effekt stört viele Zuschauer. Jeder Hersteller nennt die Funktion anders, etwa TruMotion, Motionflow, Auto Motion Plus oder Bildwiederholrate-Optimierung.

Für Filme empfehlen wir, die Glättung auszuschalten oder eine sehr niedrige Stufe zu wählen. Manche Fernseher bieten eine Kino-Einstellung, die nur das typische Ruckeln bei Kameraschwenks mildert. Bei Fußball und anderen Sportarten kann eine mittlere Stufe dagegen angenehm sein, weil der Ball schärfer bleibt.

Schärfe, Rauschfilter und andere Bildverbesserer

Eine zu hohe Schärfe-Einstellung erzeugt helle Kanten um Objekte und lässt das Bild unruhig wirken. Bei 4K-Inhalten ist Nachschärfen überflüssig. Setze den Regler auf null oder einen niedrigen Wert. Rauschfilter helfen bei schlechten Quellen wie alten Aufnahmen oder schwachen Sendern, bei Streaming in 4K und bei Blu-rays verwischen sie feine Details. Dynamischer Kontrast, Farbverstärker und ähnliche Funktionen machen das Bild knalliger, aber selten besser.

Farbtemperatur: warm statt kühl

Die Farbtemperatur bestimmt, ob Weiß eher bläulich oder eher gelblich wirkt. Die Norm für Film und Fernsehen liegt bei 6.500 Kelvin. In den Menüs der Fernseher entspricht das meist der Einstellung Warm oder Warm 2. Kühl und Normal sind deutlich blauer. Im Filmmaker Mode ist die richtige Farbtemperatur bereits voreingestellt.

HDR-Einstellungen

Bei HDR-Inhalten schalten die meisten Fernseher automatisch in eigene HDR-Bildmodi. Auch hier lohnt sich der Filmmodus. Wirkt HDR zu dunkel, aktiviere die dynamische Tonzuordnung, englisch Dynamic Tone Mapping. Sie passt helle Szenen an die Fähigkeiten deines Fernsehers an. Fernseher mit Lichtsensor bieten Funktionen wie Dolby Vision IQ oder HDR10+ Adaptive, die das Bild an das Umgebungslicht anpassen. Mehr zu den Formaten liest du im Artikel HDR-Formate erklärt.

Local Dimming bei Mini-LED

Mini-LED-Fernseher regeln die Hintergrundbeleuchtung in vielen Zonen. Die Stärke lässt sich meist in drei Stufen einstellen. Hoch bringt den besten Kontrast, kann aber Lichthöfe um helle Objekte verstärken. Mittel ist oft ein guter Kompromiss. Schalte Local Dimming nicht ganz aus, sonst wird Schwarz grau.

Der Spielmodus für Konsolen

Für Spiele gilt eine Ausnahme: Hier schaltest du den Spielmodus ein. Er reduziert die Verzögerung zwischen Knopfdruck und Bild deutlich, weil er aufwendige Bildverarbeitung abschaltet. Moderne Fernseher und Konsolen wechseln über ALLM automatisch in diesen Modus. Mehr dazu im Ratgeber Gaming-Fernseher.

Lohnt sich eine Kalibrierung?

Wer das Maximum herausholen will, lässt seinen Fernseher von einem Fachmann mit Messgerät kalibrieren. Einige Hersteller und Händler bieten das als Dienstleistung an, manche Fernseher unterstützen auch eine automatische Kalibrierung mit passender Software. Für die meisten reicht der Filmmaker Mode mit angepasster Helligkeit aber völlig aus.

Häufige Fragen

Welche Bildeinstellung ist für Fußball am besten?

Ein heller Modus wie Sport oder Standard mit reduzierter Schärfe und mittlerer Bewegungsglättung. Damit bleibt der Ball scharf, und das Bild wirkt bei Tageslicht kräftig genug.

Warum sieht mein neuer Fernseher schlechter aus als im Laden?

Im Laden laufen speziell abgestimmte Demovideos in einem sehr hellen Vorführmodus. Zuhause siehst du normales Fernsehen in geringerer Qualität. Mit dem passenden Bildmodus und einer guten Quelle wie 4K-Streaming sieht das Bild deutlich besser aus.

Was ist der Filmmaker Mode?

Ein Bildmodus, der den Film so zeigt, wie ihn die Macher vorgesehen haben. Er schaltet Bewegungsglättung, Nachschärfen und Farbverstärker ab und stellt die Farbtemperatur auf den Normwert.